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1925

Pressearchiv des Schützenvereins Olpe aus dem Jahre 1925
Quelle: “Das Olper Schützenfest im Spiegel des `Sauerländischen Volksblattes´ 1842-1979, zusammengestelt von Gerhard Fischbach im Jahre 1986”

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Sauerländisches Volksblatt aus dem Jahre 1925:

Ortsnachrichten aus dem Kreise Olpe.
Schützenfest in Olpe.
 Olpe. 22. Juli

   In unsern Schützenvereinen hat sich bekanntlich ein Stück Geschichte aus der Blütezeit der Städte hinübergerettet in die Gegenwart. Erinnern uns diese Werthe doch an die alten Schützengilden des Ritteralters, deren Wiege in der Zeit zu suchen ist, da die landesherrliche Macht sich auf ständig absteigender Linie bewegte. So übernahmen die wehrhaften Männer der Städte selbst, die Schützen, die Verteidigung ihrer engeren Heimat. Schützenvereine sind alle etwas Heimatverbundenes, das auf historischen Tatsachen basiert. Dies weiß man hier in Olpe wohl zu würdigen. Dafür spricht am klarsten das diesjährige Schützenfest selber; denn trotz hie und da brodelnden Schützenfestgeistes, trotz der nicht unerheblichen finanziellen Schwierigkeiten wurde ein Schützenfest organisiert, das bestimmt aller Erwartungen übertroffen hat. Dazu trug allerdings die Musik ganz erheblich bei. Bis sie am Samstagmittag im Städtchen einzog, da war endlich die frohe Erwartung, die ja beim Olper schon Tage und Wochen vor dem Feste vorhanden ist, einigermaßen gestillt. Diese unermüdlichen 32 15er unter ihrem Kapellmeister Lober verstanden es meisterhaft, durch ihre schneidige Musik jund und alt zu begeistern. Nachmittags gegen 4 Uhr zogen die Schützen in stattlichem Zuge vom Marktplatz aus durch die im Flaggenschmuck prangenden Straßen, zu beiden Seiten des Zuges wehende Fahnen, freundliche schende Häuserfrontseiten und eine große Anzahl von Kindern und Erwachsenen, die Ohr und Auge labten an solch seltenem Genuß. Warf man von erhöhtem Standort einen Blick über den langen Schützenzug, so bot sich ein richtiger Wald geschmückter Flinten dar: Prachtvolle Bilder für die Kamera der Photographen, die darum auch recht fleißig knipsten. Nachdem das Vereinsbanner abgeholt war, gings zum vorjährigen Schützenkönig Dr. Neuhäuser. Ihre Treue zur weltlichen und kirchlichen Obrigkeit brachten die Schützenbrüder zum Ausdruck durch die Ehrung des Landrats Dr. Freusberg und des Dechanten Hirschmann. Nun bewegte sich der Festzug zur weithin sichtbaren, mit ihren grünweißen Wimpeln freundlich wirkenden Schützenhalle. Bald saß der Schützenvogel in luftiger Höhe, und nun ließ man sich im Freien unter den Linden oder in der Schützenhalle nieder, um sich an einem Konzert zu erquicken, wie man es ja sonst nicht wieder zu hören bekommen dürfte. Dort konnte man die wunderbare musiktechnische Fertigkeit der 15er-Kapellen bewundern lernen. Die feinsten musikalischen Nüancierungen kamen in vollendeter Weise zum Ausdruck. Eine köstliche Probe musikalischer Naturlaut-Malerei wurde gegeben in “Nachtigall und Drossel” für 2 Pikkoloflöten. Anbei machte sich immer noch viel Lärm während des Konzerts unangenehm bemerkbar, so daß die feinsten Pianos manchmal darin untergingen. Größere Ruhe herrschte allerdings beim Vortrag des großen Schlachtenpotpourris von Saro. Das war nur zu begreiflich. Unstreitig bildete das Potpourri den Höhepunkt des Programms. Da ging wohl jedem, namentlich aber dem ehemaligen Soldaten das Herz auf. Da erlebte er gewissermaßen noch einmal, was er vor Jahren in der großen Kriegszeit mitmachte. Da sah man im Geiste die Truppen Abschied nehmen und zum Bahnhof ausrücken. Das Abfahren des Militärzuges, Momente während der Fahrt zum Rhein und zum Kriegsschauplatze, wie Sonnenaufgang bei blutigrotem Himmel und leises getragenes Anstimmen der ergreifenden Soldatenweise: “Morgenrot, Morgenrot, leuchtend wie zum frühen Lob”, waren in so wunderbarer Weise musikalisch illustriert, das vor tiefer Ergriffenheit alles mäuschenstill wurde. Eine wirksame Unterstützung bot hier die prachtvolle farbige Illuminierung, die den ganzen Schützenplatz zeitweise in feinstes Rot tauchte. Eine getreue erlebniskräftige Veranschaulichung erfuhren auch die Kriegsbilder. Da dachte man, wirkliches Gewehrgeknatter, Kanonendonner, Granateneinschlag u. v. m. zu vernehmen, man schaute im Geiste die Kampfbewegungen der vorstürmenden Truppen, wenn die Signale ertönten. -
Die Festteilnehmer, die bereits an diesem Abend außergewöhnlich zahlreich erschienen waren, werden die ausgezeichneten Darbietungen der 15er-Kapelle, die damit den einzelnen Komponisten wie Rossini, Wagner, Saro u. a. alle Ehre gemacht hat, so leicht nicht vergessen. – Bei Tanz, Scherz und dem nötigen inneren Maß verlebte man nun noch einige recht gemütliche Stunden. Gegen 12 Uhr war Rückmarsch ins Städtchen. Der folgende Sonntag bescherte uns morgens nach dem Hochamt auf dem Marktplatze ebenfalls wieder einen musikalischen Hochgenuß. Kapellmeister W. Löber und seine braven 15er verstanden es, der Schwierigkeiten, deren es namentlich in der Fantasie aus der Oper “Rigoletto” viele zu beachten gab, betr. Einsatz, Fingerfestigkeit u. a. Herr zu werden.

 

War schon am Samstag der Schützenplatz außerordentlich stark belebt, so steigerte sich doch am Sonntagnachmittag der Zustrom noch bedeutend. Groß und klein war in bester Weise unterhalten. Konzert und die darauffolgende hübsche Königspolonaise ließen die Herzen höher schlagen und vermittelten eine rechte Festesstimmung. Die Kinderpolonaise mit Brezelverteilung hat den Kleinen recht viel Vergnügen bereitet. Abends schwangen unter den feschen Klängen der Militärkapelle die jüngere wie die ältere Generation recht fleißig das Tanzbein. Doch entschloß man sich rechtzeitig zum Aufbruch, da im allgemeinen der echte Olper Schützenbruder bestrebt ist, die Schützenmesse am Montagmorgen nicht zu versäumen und das Andenken der durch den Tod entrissenen Schützenbrüder in Ehren zu halten. So war denn auch diesmal die Teilnahme daran sehr befriedigend. Die 15-er Kapelle hat durch ihre feierlichen Weisen sehr zur Verschönerung dieses Gottesdienstes und zur Erbau[ung beigetragen?]

Anm.: Ab hier fehlt leider in der Zusammenstellung anscheinend eine Seite. Ich werde versuchen, diesen Teil nachzureichen.

Anm.: Die Texte werden demnächst noch abgetippt (zur besseren Lesbarkeit und für die Textsuchfunktion).


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