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SB- Schützenfest '98, Teil 5

Sauerländer Börse,
Festbroschüre Schützenfest 1998

Vielen Dank an Berthold Stamm für die klasse Unterstützung!!!
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Sauerländer Börse, Festbroschüre Schützenfest 1998, Seite 25:
Mehr oder weniger bekannte Geschichten
kranz
Auf Schützenfest gibt es in vielen Olper Familien einen großen rinder oder Schweinebraten. Auch dieses Jahr war das Sett'chen in der Küche tätig, sie war die Tante des Hauses und sie hatte das Fleisch zu braten. vom Feiern am Vortage war sie noch müde, und die Augen fielen ihr immer wieder zu, teilweise schlief sie fest ein. vier große Jungen hatte sie in der Familie ihres Bruders zu versorgen und von Zeit zu Zeit kam einer von ihnen in die Küche, ging an den Herd, hob den Deckel vom Fleischtopf und schnitt ein Stück vom Braten ab. Als die Oma später einmal in den Topfsah, sagte sie zum Sett'chen: "Ich weiß nicht recht, das Fleisch 'kocht' aber sehr beienander!"

Major Josef Koch feierte Geburtstag. Als Nachbarn hatte er einen Pastor und einen Vikar. Beide gratulierten natürlich. Doch der vikar stand sofort auf, als der Pastor kam und machte sich schnell davon. Krusen Ewals sagte darauf: "Es ist immer dasselbe. Wenn der Meister aufkreuzt, verdrücken sich die Stifte!"











Sauerländer Börse, Festbroschüre Schützenfest 1998, Seite 26:
Der demokratische Aufbruch vor 150 Jahren
     (U.V.) Wilhelm Bonzel, 25 Jahre alt, späterer Gewerke, (Bonzels betrieben mehrere Blechwalzwerke) wurde im Jahr 1848 Schützenkönig Zur Königin erkor er sich Fräulein Auguste Gerlach, die Tochter des Posthalters und Landwehrhauptmanns Gerlach. Sie war 24 Jahre alt, war aber sieben Jahre früher, also mit 17 Jahren, Königin gewesen. Erstmals spielte 1848 in Olpe eine Militärkapelle auf, in Olpe kurz die "Wetzlarer" genannt.
   Im Jahre zuvor hatte König Kaspar Freusberg, der spätere Landrat, dem Verein eine Fahne mit den Bundesfarben "schwarz-rot-gold" gestiftet mit der Auflage, diese Fahne auf Schützenfest vor dem Hause des jeweiligen Königs aufzuziehen.
   Es herrschte zu dieser Zeit eine demokratische Aufbruchstimmung, die vom ersten freigewählten Bundestag in der Frankfurter Paulskirche ausging. Diese bürgerliche Revolution wurde bereits 1849 von den Fürsten Deutschlands unter Führung Preussens zerschlagen und damit verschwand auch diese Fahne, nachdem sie nur einmal "Geweht" hatte. Die demokratische Aufbruchstimmung hatte auch in Olpe Wellen geschlagen, wenn es auch nur eine kleine Woge war. Hatte doch ein Handwerksmeister aus dem nahen Bergischen Land von dem Turm der Martinus Kirche in Olpe den Olper Bürgern zugerufen: "Ordnunge mut sin, aber nit te vil!" Dabei blieb es denn auch, während es in Siegen und Attendorn zu Tumulten gekommen sein soll.


Bild: Olpes Schützemajor Paul Imhäuser und Attendorns Hauptmann Werner Bischoff verstehen sich gut.



Sauerländer Börse, Festbroschüre Schützenfest 1998, Seite 27:
Quatsch
quatsch

Beliebt vor allem bei den kleinen Besuchern des Olper Schützenfestes ist der "Quatsch", ein Getränk mit Geheimrezeptur. Unser Foto zeigt Peter Liese oberhalb der alten vogelstange beim Zapfen aus einem original Krombacher-Faß, in dem das alkoholfreie Kindergetränk gut temperiert zur Reife gelangt ist. Woraus "Quatsch" zusammengesetzt ist, bleibt im Vorstand ebenso ein Geheimnis wie bei einem amerikanischen Erfrischungsgetränk.
Foto: Berthold Stamm



Sauerländer Börse, Festbroschüre Schützenfest 1998, Seite 28:
”Ich bete an die Macht der Liebe”
gebet

Weit nach mitternacht spielt die Festmusik während des Festzuges zum Marktplatz am Kump (Schützenstraße/Ecke Winterbergstraße) das Gebet "Ich bete an die Macht der Liebe". Unser Foto zeigt im vergangenen Jahr den neuen Olper Schützenkönig, Peter Seifert, flankiert von den Offizieren Hans-Werner Quast (r.) und Theo Süttmann (neuer Hauptmann); Fähnrich ist Georg Arens.
Foto: Berthold Stamm

Die Festmusik sagte per Telegramm ab
   In große Verlegenheit kam 1900 der Schützenvorstand. Zum Feste hatte die Kapelle der Münsterschen Kürassiere fest zugesagt. In der Nacht von Freitag auf Samstag vor dem Schützenfest kam ein Telegramm aus Münster an, daß die Kapelle nicht kommen könne, da sie wegen der gerade ausgebrochenen Wirren in China einen Trasport nach Bremerhaven zu begleiten habe?
   Was nun? In aller eile stellte man aus Olper Musikern, verstärkt durch einige Attendorner, eine Kapelle zusammen, so daß man am Samstag nicht sang- und klanglos das Schützenfest eröffnen mußte. Für den Sonntag holte man sich, da die Olper Musiker als Schützenbrüder das Fest mitfeiern wollten, die Kapelle der Drolshagener Feuerwehr und engagierte für den Montag die Hagener Stadtkapelle.
 

Sauerländer Börse, Festbroschüre Schützenfest 1998, Seite 29:
Schützenvorstand 1997
vorstand

Der Schützenvorstand im Jahre 1997 mit Königspaar dirk Rumpff und Dr. Corinna Rose-Rumpff sowie Jubelkönig Alfons Schröder

Foto: Berthold Stamm


Es half keine Drohung
   Der  hochwürdige Rektor Schröder betreute in Olpe viele Jahre die Franziskanerinnen. Er verstarb 1913. Im Jahr 1908 hatte er zusätzlich die seelsorgerische Leitung des damaligen Jünglingvereins übernommen. Rektor Schröder war aber auch ein begeistertet Jäger und er besaß ein Gewehr, daß er auf Schützenfest-Montag 1908 mit zum Schützenplatz nahm, was früher so üblich war. Denken wir dabei an die berühmte "Donnerbüchse" des früheren Landrats Dr. Caspar Freusberg (König 1921), mit der letzmals Paul Imhäuser (der Großvater des heutigen Schützenmajors) 1937 den Vogel abschoß.
   Auf dem Schützenplatz ermunterte Rektor Schröder die älteren Jungmänner zum Schießen auf dem Schützenvogel. Doch fehlte so recht diesen jungen Männern der Mut. Schließlich drohte Rektor Schröder: "Wenn ihr nicht schießen wollt, werde ich das machen, aber zur Königin werde ich die Schwester Oberin erwählen. Dann habt ihr was!" Die beiden Brüder Josef und Wilhelm Halbe zogen sich nach der Schießpause zurück, trotz der Drohung. Die beiden liefen glücklich mit dem Mittags-Rückmarsch in die Stadt zur elterlichen Wohnung am Stötchen. Übrigens wurde Franz Gastreich König (Café Gastreich). U.V.

chefs  Olpes Schützenmajor Paul Imhäuser und Attendorns Hauptmann Werner Bischoff verstehen sich gut.















Anm.: Die Abkürzung U. V. steht für Ulrich Viedenz

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