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Westfalenpost v. 10.03.2000:
Können die Olper in Ruhe weiter trinken? Von Paul Rötz Olpe. (WP) Den Schützen gefror das Blut in den Adern, als sie jetzt die
WESTFALENPOST in den Händen hielten und lesen mussten, dass das Paderborner Finanzamt von den Schützen der Paderstadt rund 300 000 DM nachforderte. Grund: Das in den letzten Jahren auf dem Schützenfest ausgeschenkte
Freibier sei zu versteuern.
Mittlerweile, so erfuhr jetzt unsere Zeitung, habe man sich in Ostwestfalen geeinigt. Ob die ganze Steuerschuld vom Tisch ist, bleibt jedoch vorläufig unklar, da die Steuerbehörden auf das
"Steuergeheimnis" hinweisen. Und das sei streng und nehme die Ämter gegenüber der Öffentlichkeit in die absolute Schweigepflicht.
Nun ist Paderborn weit weg, Olpe aber liegt so nah, und in rund 18 Wochen ruft wieder das Trömmelchen in der Kreisstadt. Dann heißt es auf dem Ümmerich: Sonntag und Montag Nachmittag nach Ankunft auf
dem Schützenplatz Konzert, Tanz Polonaise und - Freibier.
Haben nach den Paderbornern nun aber die Olper das Finanzamt auf den Fersen? Denn der Freibierausschank auf dem Ümmerich ist nicht so ohne. Da geht mehr durch als ein paar läppische Hektoliter!
Schützenmajor Paul Imhäuser hat vorsorglich schon mal seinen Steuerberater mobil gemacht. "Das fehlte uns noch", sagte der Major zur WP auf Anfrage. Bislang sei er guten Mutes, dass
alles in Ordnung ist. Schließlich habe das Finanzamt Olpe erst vor kurzem die Vereinsbücher gründlich geprüft. "Bis auf einen Tausender Nachzahlung ist bei uns alles in allerbester Ordnung,
auch die Sache mit dem Freibier", ist sich Imhäuser sicher.
Finanzamtsvorsteher, Leitender Ministerialdirektor Peter Moskob, sieht in Olpe ebenfalls keinen Grund zur Sorge. "Zu
dem Sachverhalt in Paderborn kann ich nichts sagen, weil ich den nicht kenne. Möglicherweise bestehen gegenüber dem Sebastianus-Schützenverein andere
Vereinsstrukturen. Den Ausführungen von Herrn Imhäuser habe ich nichts hinzuzufügen." Moskob weist letztlich auf die Professionalität seiner Prüfbeamten und aufs Steuergeheimnis hin.
In Olpe ist es offenbar nicht so, dass die Schützenbrüder mit dem Freibier einen "geldwerten Vorteil", wie etwa die Belegschaft bei
einem Betriebsfest, erfahren. Während die Firma, die das Bier spendiert, dafür Lohnsteuer abführen muss, trinken die Olper Schützen wirklich frei Bier. Vielleicht aus Brauchtumspflege? Die ist
nämlich steuerbefreit.
siehe auch Hintergrundbericht: Paderborner Schützen müssen 102 000 Mark nachzahlen
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