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Pressearchiv des Schützenvereins Olpe aus dem Jahre 1961 Quelle: “Das Olper Schützenfest im Spiegel des `Sauerländischen Volksblattes´ 1842-1979, zusammengestelt von Gerhard Fischbach im Jahre 1986”
Anm.: Die Texte finden Sie unten abgetippt, um die Lesbarkeit und die Textsuchfunktion zu gewährleisten.

Orden
(Bild u. Text Orden: U. Viedenz) 1961 Paul Scheiwe, Kaufmann im 650. Jahr der Stadterhebung von Olpe wurde er Schützenkönig. er war viele Jahre Stadtvertreter im Olper Parlament. Es war
selbstverständlich, daß sein Orden das Antlitz des Gründers der Stadt, "Erzbischof und Kurfürst Heinrich von Virneburg" zeigt und den Hinweis: "Olpe wurde 1311 zur Stadt erhoben."
Sauerländisches Volksblatt aus dem Jahre 1961:
Zum Jubiläums-Schützenfest 1961
Ein besonders schöner Schützenorden Vorstandsmitglieder des St.-Sebastianus-Schützen-Vereins ausgezeichnet Olpe. Am vergangenen Sonntag fand im Restaurant der Schützenhalle auf dem Imberg die traditionelle
Bierprobe vor dem Schützenfest statt. Anwesend waren außer dem Vorstand des St.-Sebastianus-Schützenvereins die Stadtverordneten mit Bürgermeister Ignatz Müller und Stadtdirektor Paul
Habbel sowie einige ehemalige Vorstandsmitglieder des Schützenvereins.
Nachdem zunächst wichtige Fragen zur Regelung des Jubiläums-Schützenfestes 1961 besprochen waren, meldete sich
Schützenkönig Wolfhelm Streffing zu Wort, um seinen Dank für die viele Arbeit zu sagen, die vom Schützenvorstand bereits
für das kommende Schützenfest geleistet wurde. Vornehmlich die Arbeit des Schützenmajors, aber auch die Arbeit des
Schützenhauptmanns müßte seiner Ansicht nach einmal durch die Vertretung der Stadt Olpe besonders gewürdigt werden.
Wenn der Schützenmajor nach althergebrachter Weise für zurückgelegte Dienstzeiten im Vorstand Orden verleihe, so
nehme der Schützenkönig das bevorstehende große Jubiläums-Schützenfest in Olpe zum Anlaß, einen Orden für außergewöhnliche Leistung zu stiften.
Nach diesen Worten überreichte Schützenkönig Wolfhelm Streffing dem Schützenleutnant Robert Zimmermann für seine
unermüdliche Organisationsarbeit einen Orden I. Klasse; je einen Orden II. Klasse verlieh er Schützenleutnant Josef Kraft
für seine Bemühungen um die Neu- und Umbauten auf dem Schützenplatz und Leutnant Josef Koch für seine mühevolle
Tätigkeit als Kassierer. Die Orden sind Nachbildungen der neuen Königsmedaille, die der Schützenkönig anschließend dem Schützenmajor Herbert Hesse für die Königskette überreichte.
Die n e u e M e d a i l l e ist ein schönes und sinnvolles Jubiläumsgeschenk für den St.-Sebastianus-Schützenverein Olpe, sowohl der Idee als auch der Gestatlung nach.
Die Vorderseite der Medaille zeigt den Mantel des hl. Martinus, des Schutzpatrons der Stadt Olpe, mit dem teilenden
Schwert; darüber die Jahreszahlen 1311 und 1961, darunter den Spruch: “ Es ist an der Zeit, den Mantel zu teilen!” Nach
dem Wunsche des Stifters der Medaille soll diese Darstellung einmal an die Hilfe für unterentwickelte Länder erinnern und
zum andern auch an die Notwendigkeit einer christlichen Haltung und der tatkräftigen Nächstenliebe im Geiste des hl. Martinus mahnen.
Die Rückseite der Medaille zeigt im Mittelpunkt, ebenso wie die Vorderseite, reliefartig das Bild eines jungen Apothekers
aus dem 13. Jahrhundert; am Rande der Medaille eingraviert ist die Umschrift: “Stadt Olpe 650 Jahre – Apotheker
Wolfhelm Streffing – Schützenkönig 1961”. Interessante kleine Zeichen finden sich zwischen den einzelnen Worten um die
Figuren herum. Hierbei handelt es sich um alte Zeichen der Alchimisten, die heute nur noch sehr wenigen in ihrer Bedeutung
bekannt sind. Diese Zeichen symbolisieren die vier Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde sowie die chemischen
Grundstoffe Salz, Schwefel und Quecksilber. Vielfach werden die Zeichen auch als Symbolde von verschiedenen weltanschaulichen Richtungen (Philosophien) verwendet.
Der Entwurf der neuen Königsmedaille stammt vom Kunsterzieher des Städtischen Gymnasiums in Olpe, Gerhard L o e
w , der in beachtenswerter Weise den Wünschen seines Auftraggebers gerecht wurde; angefertigt wurde die Medaille im
Auftrage des Olper Juweliergeschäftes Anno Schulte von Goldschmied G. N i e d e n f ü h r in Münster, dem sich hier eine sehr interessante Arbeit bot, die er meisterlich ausführte.
Für den St.-Sebastianus-Schützenverein Olpe wird die neue Königsmedaille in ihrer modernen trapezförmigen Ausführung ein sehr wertvoller Schmück der Königskette sein.
Heute Auftakt zum Jubiläums-Schützenfest 1961
Neuer Musik-Pavillon auf dem “Uemmerig” Geschenk des St.-Sebastianus-Schützenvereins an die Olper Bevölkerung Olpe. Mit einem großen und schönen Geschenk an die gesamte Bevölkerung unserer Stadt wartet der
St.-Sebastianus-Schützenverein Olpe anläßlich des 650jährigen Stadtjubiläums von Olpe auf: Heute abend wird auf dem
Schützenplatz der neu errichte große und hochmoderne Musik-Pavillon feierlich eingeweiht und seiner Bestimmung
übergeben. Den sonst üblichen drei Schützenfesttagen geht somit in diesem Jahre ein besonderer Festakt schon am
Vorabend des eigentlichen Schützenfestes voraus. Zu diesem Festakt auf dem “Uemmerig” ist die ganze Bevölkerung herzlich eingeladen. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben.
Pavillon wird eingeweiht
Um 18.30 Uhr treten die Korporalschaften des Schützenvereins vor ihren Vereinslokalen an und marschieren dann zum
Marktplatz. Von dort aus geht es im geschlossenen Zuge unter Vorantritt des neu uniformierten Olper Tambourkorps, das
jetzt bekanntlich dem Sankt Sebastianus Schützenverein angeschlossen ist, zum Schützenplatz, wo anschließend der Vogel
aufgesetzt wird und die Einweihung des neuen Musik-Pavillons erfolgt. Der Musikzug der Freiwillige Feuerwehr Olpe hat
die Ehre, als erstenin dem neuen Musik-Pavillon zu spielen. Unter Leitung von Hauptmusikzugführer Kalr Kretschmer wird
der Musikzug ein schönes Konzert-Programm bieten. Die Veranstaltung soll gegen 22 Uhr beendet sein.
Sehr attraktiv
Eine Stippvisite auf dem Schützenplatz konnte uns gestern davon überzeugen, daß mit dem neuen Musik-Pavillon etwas
sehr Schönes und zugleich auch sehr Zweckmäßiges geschaffen wurde. Schon beim Betreten des Platzes fällt der schmucke
Pavillon als eine große Zierde des “Schützenparadieses auf dem Imberg” auf. Die repräsentative Wirkung des neuen
Musik-Pavillons und der gesamten Neu-Anlage um diesen Pavillon ist unbestritten. Wer dieses etwa nicht glauben möchte,
kann die neue Anlage heute abend oder auch während der drei folgenden Schützenfesttage selbst in Augenschein nehmen.
Er wird uns dann zustimmen, daß der Sankt Sebastianus-Schützenverein der gesamten Bevölkerung unserer Stadt, insbesondere aber allen Schützenbrüdern, eine ganz große Freude mit seinem Geschenk zum diesjährigen Olper
Stadtjubiläum bereitet hat. In der gedruckten und reich bebilderten Festschrift zum diesjährigen Jubiläums-Schützenfest in Olpe heißt es: Seit vielen
Jahren bestand hier der Wunsch, den im Jahre 1898 erstellten bisherigen Musik-Pavillon auf dem Schützenplatz durch einen
n e u e n Pavillon zu ersetzen. Der Beschluß zum Neubau des Pavillons wurde bereits vor dem vorjährigen Schützenfest
gefaßt. Danach wurde Architekt Erwin L a n g e n h a g e n von hier, nach dessen Entwürfen sowohl die neue halle mit
Speiseraum als auch der Theken-Umbau auf dem Schützenplatz erstellt worden sind, mit dem Entwurf für den neuen Musik-Pavillon beauftragt.
Die Festschrift zeigt eine Abbildung vom Modell für den neuen modernen Musik-Pavillon und gibt daran anknüpfend folgende B e s c h r e i b u n g dieser Neuanlage auf dem Schützenplatz:
Akustische Verbesserung
Der neue Musik-Pavillon besteht aus einem S t a h l b e t o n – S k e l e t b a u. Die Stellung des neuen Pavillons
gegenüber der alten Anlage wurde auf Grund der vorhandenen Bebauung der Festhalle und wegen der Windrichtung um 45
Grad nach Süden gedreht und um 1,80 Meter tiefer gelegt. Durch diese Veränderungen wird eine wesentliche akustische
Verbesserung erreicht. Die Festkonzerte, die früher vom Tanzboden aus gegeben werden mußten, können jetzt von den
Musikern im Musik-Pavillon gespielt werden. Der neue Pavillon bietet 60 Musikern ausreichent Platz. Die Plätze sind in drei Abstufungen nach hinten, entsprechend der Gruppierungen der Musiker, angeordnet.
Auf zwei haupttragende Betonsäulen ist das Betondach, das nach den akustischen Berechnungen muschelförmig
ausgebildet ist, gelagert. Die Betonsäulen sind derart errichtet, daß neben der Lautsprecheraanlage auch die
Beleuchtungsanlagen in diese Säulen eingelassen sind. Für die weitere Tragekonstruktion der Muschelplatte wurden sieben
zusätzliche Stahlrundsäulen erstellt. Zum Schutz gegen Witterungseinflüsse hat die Muschel einen weit überragenden
Dachüberstand. Der Muschelplatte ist rundum eine schlanke Form gegeben, die jedoch aus konstruktiven Gründen bis zum
Mitte zu einer Stärke von 28 Zentimetern anläuft. Der ganze Pavillon ist mit einer durchgehenden gewellten Kunststoffplatte verkleidet. Die Wahl des Kunststoffes erfolgte gleichfalls aus akustischen Gründen.
Großzügige Anlage
Die Anlage ist unterkellert und wird für den Ausschank gepflegter Getränke benutzt werden. Der frühere Keller ist für die Lagerung von Bier bestimmt.
Dem Musik-Pavillon ist ein Mikrophon-Haus mit allen Schaltungen angegliedert. Die frühere behelfsmäßige Theke hinter
dem Pavillon wurde durch eine neue amssive Theken-Anlage ersetzt, die fünf Zapfstellen und eine weit überstehende Dachkonstruktion erhalten hat.
Vom Olper Architekten Erwin L a n g e n h a g e n stammt der Entwurf für die gesamte, wohlgelungene Anlage, die den
Festplatz auf dem Imberg wesentlich verschönert. Seitens der Baukommission des Schützenvereins, die mit dem Architekten
vor und während der Bauzeit des neuen Musik-Pavillons harmonisch zusammenarbeitete wurde ein erhebliches Maß an Arbeit geleistet. Man muß dem Architekten und der Baukommission dafür herzlich danken und volle Anerkennung aussprechen!
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