Home
Neues/Stat.
Gästebuch
Schützenfest
Presse SVO
Korporalschaft
Bilder
Humor
Links
Privat
1950

Pressearchiv des Schützenvereins Olpe aus dem Jahre 1950
Quelle: “Das Olper Schützenfest im Spiegel des `Sauerländischen Volksblattes´ 1842-1979, zusammengestelt von Gerhard Fischbach im Jahre 1986”

Anm.: Die Texte werden demnächst noch abgetippt (zur besseren Lesbarkeit und für die Textsuchfunktion).

1950sv-s1ges-work

1950sv-s2ges-work

1950sv-s3ges-work

1950sv-s4ges-work

1950sv-s5ges-work

1950sv-s6ges-work


Sauerländisches Volksblatt aus dem Jahre 1950:

 

Kurt Imhäuser wurde König
Prächtiger Verlauf und schöner Ausklang des Olper Schützenfestes
 Olpe. Der zweite Festtag erwachte mit einem wiederum sehr freundlichen Sommerhimmel und erst am späten Nachmittag trat die von den Wetterpropheten angekündigte Eintrübung ein. Dem goldenen Jubelkönigspaar  D e i m e l  wurde am Vormittag nochmals ein Ständchen gebracht. Wie in beschaulich-romantischer Biedermeierzeit saßen die Jubilare am offenen Fenster. Vor dem Hause hatte sich neben Schützenbrüdern eine stattliche Menschenmenge angesammelt. Die verdiente Ehrung des Jubelpaares ließ an Herzlichkeit und Teilnahme nichts zu wünschen übrig.

   Das   P l a t z k o n z e r t   nach der letzten Sonntagsmesse vereinte viel Volk auf dem Marktplatz, indes das Musikkorps des Deutschen Roten Kreuzes Remscheid konzertierte. Musik und Sonnenschein, gefälliger Flirt, entzückende Kleidung, Schützen, grünbemützt und wohlaufgeräumt, das alles ergab ein Bild der Lebensfreude, des glücklichen Erfülltsein von einem fröhlichen, festlichen Erlebnis.

   Am Nachmittag erfolgte in gleicher festlicher Stimmung, von Marschmusik und Trommelwirbeln begleitet, der
                     Festzum zum Imberg.
   Vielleicht sind wir im nächsten Jahre im Besitze eines Tambourkorps, das sich bei dieser und anderen Gelegenheiten trefflich bewähren könnte. Von einer dahingehenden Absicht konnte man schon hören und wir können dieser löblichen Absicht nur baldige Verwirklichung wünschen!
  

   Mit dem Umzug und Abholen des Königs wurde zugleich dem Landrat freundliche Aufwartung bei seiner Wohnung in der Kortemicke gemacht, nachdem unser Landrat am Sonntag wieder in der Kreisstadt weilte. Ihm zu Ehren spielte die Musikkapelle das Westfalenlied. Landrat   S c h r a g e   knüpfte daran Gedanken der Heimatverbundenheit des Schützenvereins. Er betonte, daß im Lande Nordrhein-Westfalen eine neue Ordnung im Sinne des Frhr. von Stein angestrebt werde. Indem der Landrat anschließend auf den goldenen Jubelkönig zu sprechen kam, stellte er diesen als das Muster eines Schützenkönigs hin. Mit den Glückwünschen für das Jubelkönigspaar, das in einer geschmückten Kutsche den Festzug mitmachte, verband der Landrat ein dreifaches Hoch auf den St. Sebastianus-Schützenverein.

   Bald war man an der Rochus-Kapelle vorbei zum Schützenplatz marschiert. Kurze Parade und Nachmittagskonzert. Ein dichtes Gewimmel von Menschen, so daß kaum noch ein Sitzplatz zu erhalten war. Erst als Regen drohte, lichteten sich etwas die Reihen. Das große Schaustück bildete
                                     die Königs-Polonaise,
die sich sehr feierlich und würdig vollzog. Die Teilnehmer, insbesondere die Teilnehmerinnen wurden von unzähligen Augen "gemustert". Darauf hatten viele gewartet und alle fanden, daß die Polonaise sehr hübsch war.
   An den Sonderzapfstellen hatte man mittlerweile bereits mit der sehnsüchtig erwarteten Ausgabe des ersparten  F r e i b i e r e s  begonnen. Da konnten wir die "Herren der Schöpfung" Schlange stehen sehen, denen sonst derartige Geduldsprobe nicht liegt. Aber das Freibier wirkt Wunder und es gehört unbedingt zum Olper Schützenfest! Mit Genuß wurde nun gebechert, manches Hoch schütterte durch das Laub der Bäume, zwischendurch machte sich ein Kinderluftballon selbständig, aufgeblasene groteske Ballons mit originell verlängerter Nase entzückten als Novität das Kinderherz, die übliche Kinderpolonaise bewegte sich über den Tanzboden, und so wurde jedem diese oder jene Freude beschert. Alles fühlte sich wohl, machte gern das Fest mit. Späterhin schwang man vergnügt das Tanzbein und in diesem Schützenfestwirbel ging auch der zweite Festtag schön zu Ende.

                         Königsschießen am Montag
Der Montag brachte den eigentlichen Höhepunkt des Festes: das  K ö n i g s s c h i e ß e n !  Dieses geht sonst allen Schützenfestveranstaltungen voraus; in Olpe ist es umgekehrt aber auch um so wirksamer! Montagvormittag war zunächst Schützenmesse, dann Gedenken der verstorbenen und gefallenen Kameraden. Nach einer kurzen Pause begann droben auf dem Imberg das Königsschießen. Viele Zuschauer und Festgäste hatten sich dazu eingefunden. Die Musik konzertierte und dann krachten die ersten dünnen Schüsse. Aber bald wurde es Ernst, da ging es dem stolzen Vogel wirklich an den Kragen. Ein dutzend däftige Schüsse genügten. Fabrikant  K u r t  I m h ä u s e r  hatte den Königsschuß getan. Der Vogel wurde gleichsam in zwei Teile zerlegt. Mit einem tadellosen Schuß kam er von der Stange. Welch' eine Freude und Begeisterung ringsum! Man dachte sich: Warum wird nicht noch mehr auf einem Schützenfest geschossen? Solch ein Wettbewerb macht wirklich Spaß! Der neue König, der sich seine Frau zur Mitregentin erkor, wurde gebührend gefeiert, vom Volke ringsum umjubelt.

   Nachmittags folgte dann das Abholen des neuen Königs und auf dem Schützenplatz die große Königspolonaise als weiteres spannendes Moment des Olper Schützenfestes. Der Schützenverein mit Major Hesse an der Spitze, dann die Festmusik aus Remscheid, der Festwirt Schmücker und alle, die an der Organisation des Olper Schützenfestes 1950 beteiligt waren, taten wirklich ihr Bestes, um dem Feste zu einem vollen Gelingen und einem schönen Ausklang zu verhelfen. Auch am dritten Tage wurde sehr fröhlich gefeiert; auch am dritten Tage zeigte es sich, daß das Olper Schützenfest ein  e c h t e s  V o l k s f e s t  ist, an dem die ganze Bevölkerung der Kreisstadt teilnimmt. Und so darf man abschließend feststellen, daß dieses Schützenfest wiederum in der schönsten Weise verlaufen ist. Auf dem Imberg und in den Gaststätten der Stadt herrschte lebhafter Betrieb. Man feierte das Fest im Geiste und mit der Begeisterung unserer Vorfahren. Man wird es als ein wahres Heimat- und Volksfest mit goldenen Lettern in den Annalen des St. Sebastianus-Schützenvereins Olpe verzeichnen.

 



weiter zum nächstjüngeren Presseartikel (bis jetzt)
weiter zum
nächstälteren Presseartikel (bis jetzt)

zurück zur Gesamtübersicht Pressearchiv
 

[Home] [Neues/Stat.] [Gästebuch] [Schützenfest] [Presse SVO] [Korporalschaft] [Bilder] [Humor] [Links] [Privat]